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Neue Mitarbeiter einführen im Enterprise 2.0

Saringer.jpg Thursday, 10 September 09 - 08:11 PM (GMT +01:00)
By Regina Schlager in General

Dieter Josten hat in seinem "Wissensgarten, Knowledge Garden - The Rock" einen interessanten zweiteiligen Artikel "OnBoarding – behandeln Sie neue Mitarbeiter wie VIP's?" gepostet zum Thema Einführung von neuen Mitarbeitern: Teil 1, Teil 2.

Ich habe in meinem Artikel aus der Serie zu Wissensmanagement & Krise die entscheidende Rolle der Mitarbeitermotivation betont. In diesem Zusammenhang ist für neue Mitarbeiter, aber auch für bestehende Mitarbeiter die Einführungsphase besonders wichtig.


I. Hintergründe

  • "OnBoarding gönnt sich keine Firma, sondern OnBoarding braucht eine Firma.

Der unternehmerische Wunsch, neue Mitarbeiter dauerhaft zu binden und sie zu befähigen, von Beginn an optimale Leistungen zu erbringen, war niemals dringender als heute."

• Der erste Eindruck ist entscheidend. 

"Diese ersten Eindrücke entstehen durch all das was der Arbeitgeber tut oder nicht tut und haben wesentlichen Einfluss auf die Entwicklung des Mitarbeiters im Unternehmen."

• Ständiger Kontakt in der Einführungsphase.

"Effektives OnBoarding bedeutet während der Integrationsphase in ständigen Kontakt zu bleiben, einen Mentor zur Seite zu stellen, aktiv beim Aufbau sozialer Netzwerke (Abteilungsübergreifend) zu unterstützen und die Selbstverantwortung zu intensivieren."


II. Maßnahmen im Sinne Enterprise 2.0

Enterprise 2.0 Unternehmen "stellen sich der Meinung ihrer Mitarbeiter ehrlich und offen (z.B. Mitarbeiterblogs, Unternehmensbewertungsportale z.B. kununu) und gewinnen so den Wettbewerb um Talente."

  • OnBoarding-Programm wird gemeinsam mit den bestehenden Mitarbeitern fortlaufend entwickelt.
  • Grundstein: ein von HR entwickeltes Rahmenprogramm, das via Wiki allen Mitarbeitern zur Verfügung steht
  • Programmelemente:
  • Willkommens-Portal
  • Schnitzeljagd
  • Meine Bühne


Links:
http://www.wissensgarten.com/wordpress/?p=1741
http://www.wissensgarten.com/wordpress/?p=1786

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Microblogging im Unternehmen?

Saringer.jpg Wednesday, 02 September 09 - 07:17 PM (GMT +01:00)
By Regina Schlager in General

In meinem Artikel vom 16.6.2009 habe ich die Frage: "Warum twittern?" gestellt und viele interessante Anregungen in den Kommentaren erhalten.

Seitdem hat sich einiges getan rund um die Frage, wie Microblogging im Unternehmen sinnvoll eingesetzt werden kann.

Ich möchte wieder einige Beiträge zur derzeitigen Diskussion zur Verfügung stellen:


Blogbeiträge
Implementing Enterprise Micro-messaging with Yammer at Océ – Portals and KM (Bill Ives), 31. August 2009 
Socialcast Moves Toward Providing a Unified Activity Stream with Its New API – Portals and KM (Bill Ives), 25. August 2009 
Enterprise Micro-Messaging: Standalone or Integrated with Comprehensive Collaboration Platform? Or Both? – Portals and KM (Bill Ives), 4. August 2009 
Enterprise Microblogging Presentation - Ross Mayfield's Weblog, 18. Juli 2009
Pistachio Consulting's Enterprise Microsharing Tools Comparison - Portals and KM (Bill Ives), 17. Juli 2009 
A twitter for your intranet - Ross Mayfield's Weblog, 14. Juli 2009 
Enterprise Microblogging in der Diskussion - human network competence (Dirk Röhrborn), 23. Juni 2009 
Microblogging im Projektmanagement - human network competence (Dirk Röhrborn), 22. Juni 2009 

Gartner Hype Cycle
At the Peak: Microblogging - Hype Cycle for Emerging Technologies, 2009 – Gartner, 21. Juli 2009 

Aufsatz
Böhringer/Richter/Koch: Awareness 2.0 - Ein Anwenderbeispiel von Microblogging im Unternehmen. iwp 60/2009 (Literaturangaben!)


Post von Regina Schlager

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Studientext Wissensmanagement

Saringer.jpg Wednesday, 29 July 09 - 08:00 PM (GMT +01:00)
By Regina Schlager in General

Gabi Reinmann stellt den Studientext zum Wissensmanagement, den sie in der Lehre verwendet, frei zum Download in ihrem Blog e-Denkarium zur Verfügung.

Behandelte Fragen:

  • Warum braucht man Wissensmanagement überhaupt?
  • Kann man Wissen managen?
  • Was gehört zum Wissensmanagement?
  • Wie kann man Wissensmanagement darstellen?
  • Wie setzt man Wissensmanagement um?
  • Wohin entwickelt sich Wissensmanagement?

Eine übersichtliche, 117-seitige Einführung in die Grundlagen des Wissensmanagements!

Link

Post von Regina Schlager

 

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Wir wollen rasche Antworten! Wo aber bleiben die Fragen?

Saringer.jpg Sunday, 21 June 09 - 02:53 PM (GMT +01:00)
By Regina Schlager in General

Einmal war ich in einem Seminar. Es ging um Kreativität. Der Trainer gab eine Aufgabenstellung vor. Wir sollten schnell, wenn uns der Ball zugeworfen wurde, eine kreative Idee hinausschreien. Jeder für sich. "Nicht nachdenken, rasch, rasch ..., hinaus damit ...". Mir wurde unwohl. Die ersten Teilnehmer hatten schon den Ball gefangen und eine Idee geäußert. Allen schien was ein- (und der Ball nicht runter)-zufallen. Alles im Griff. Geschwindigkeit und Lautstärke der Ausrufe wuchsen. Mein Unwohlsein stieg. Ich wollte weg.

Das hat mich weiter beschäftigt.

Eine Möglichkeit war, mir Vorwürfe zu machen: "Kannst du nicht auch so schnell kreativ sein? Warum immer diese Blockaden? Was ist los mit dir? Änderst du dich nie?" Mein innerer Kritiker lauert ja immerzu auf seine Chance (Ihrer auch?).

Ich habe aber weiter überlegt, was denn wohl noch ein Grund für mein tiefes Unwohlsein gewesen sein könnte. -

Ich bin der Meinung, dass wir in Krisensituationen, wenn nicht viel Zeit bleibt und rasch gehandelt werden muss, sehr wohl in der Lage sind, gerade dann eine passende Lösung (für eben diese Situation) zu finden. Der Druck holt ungeahnte Reserven in uns heraus. Es geht um nichts weniger als Leben oder Tod.

In diesen Situationen schalten wir auf ein archaisches Notfallprogramm, das in den entwicklungsgeschichtlich ältesten Hirnregionen verankert ist: Flucht oder Verteidigung. Stresshormone werden ausgeschüttet, das Herz rast. Wir verspüren Angst. Die Angst ist sinnvoll, da überlebenswichtig. Ohne das bewusst zu wollen oder zu steuern, läuft etwas ab in uns, das uns eine Chance zum Überleben gibt. (Wenn wir erst lange nachdenken müssten, wäre es schon zu spät ...)

Im Allgemeinen befinden wir uns aber - hoffentlich jedenfalls - nicht permanent in Extremsituationen, in denen unser Leben in Gefahr ist. Und doch fühlen wir uns und reagieren wir oft so! Wenn wir uns häufig, über einen längeren Zeitraum hinweg so fühlen, was bedeutet das dann eigentlich für uns, für unser Wohlbefinden?

Wenn wir die Erfahrung gemacht haben: "Wissen" ist gleich "Antwort", die rasch kommen muss, wobei es eine richtige Antwort gibt, alle anderen sind falsch, und wir sind, wenn wir die richtige Antwort nicht wissen, schlecht/dumm - der Fokus also auf den "richtigen Antworten" liegt, dann werden wir in für uns ähnlichen Situationen immer wieder in das Muster verfallen: Flucht oder Verteidigung, verbunden mit dem Gefühl der Angst.

Aus neurobiologischen Forschungen wissen wir, dass Angst Lernen und Gedächtnis blockiert. Die Angst zeigt sich in körperlichen Reaktionen, sie sitzt uns buchstäblich im Nacken.

Gut, diese Erfahrungen habe jedenfalls ich im Laufe meines Lebens, meiner Ausbildung gemacht. Gute Leistung = richtige (im Vorhinein feststehende), eigene ("nicht einsagen!") Antworten, und die rasch.

Dann habe ich noch weitergedacht. Warum eigentlich dieser Fokus auf die Antworten? Was ist mit den Fragen? Was, wenn wir im Überlebensmodus verharren, und nie darüber hinauskommen zum Leben danach? Leben ist doch mehr als Überleben. Hat Kreativität nicht etwas zu tun mit Lebendigsein?

Und da habe ich dann für mich den Grund für mein tiefes, körperlich gespürtes Unbehagen in dem Seminar gesehen: Es ging überhaupt nicht darum, Fragen zu stellen. Die Fragen spielten keine Rolle. Es war kein spielerischer Umgang, es war auch kein Miteinander. Es war Stress.

Eine Konsequenz daraus war für mich der Entschluss, mir genau zu überlegen, an welcher Art Seminar bei welchem Trainingsanbieter und Trainer ich teilnehmen will.

Eine andere war der Beginn einer tieferen Beschäftigung mit den Fragen - und was sie zu tun haben mit Kreativität, und Kreativität mit Innovation, und ... Fortsetzung folgt ...


Post von Regina Schlager
RSchlager1(at)gmx.net

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Warum twittern?

Saringer.jpg Tuesday, 16 June 09 - 08:15 PM (GMT +01:00)
By Regina Schlager in General

Ich oute mich hiermit als (noch) nicht Zwitschernde. Nicht entgangen sind mir aber die auffallend lebhaften Stimmen über Twitter selbst. Twitter ermöglicht Nachrichten im SMS-Stil bis maximal 140 Zeichen, man spricht daher auch von Micro-Blogging.

David Gurteen meint z.B.: "Well, Twitter is actually a powerful business tool." Ich frage mich gerade: "What's in for me and for Knowledge Management?" Was mir klar ist: rausfinden werde ich es nur, wenn ich es selbst ausprobiere! Diese Erfahrung habe ich bei Web 2.0 Anwendungen immer gemacht.

Hier einige Beiträge und Quellen zur Diskussion rund um Twitter: 

Warum twittern?
WissensWert Blog Carnival Nr. 5: Warum twitterst Du eigentlich? Wegen dem Clou – Business 2.0 (Andrea Back), 3. Juni 2009
Warum twitterst Du eigentlich? – weiterbildungsblog (Jochen Robes), 3. Juni 2009
Twitter Literacy (I refuse to make up a Twittery name for it) – weiterbildungsblog (Jochen Robes), 19. Mai 2009
Does Twittering Make Any Sense? – The Relationship Economy (Jay Deragon), 13. Mai 2009
Twitter Hating – The Bamboo Project Blog (Michele Martin), 26. März 2009
The Gurteen perspective: Twittering – InsideKnowledge (David Gurteen), 4. März 2009
TEDTalks Video: How Twitter's spectacular growth is being driven by unexpected uses – TEDTalks (Evan Williams), Februar 2009
What is twitter? And in support of transparent gossip – Anecdote, 15.12.2008 (mit Link zu Video Twitter in Plain English)

Twitter in der Wissenschaft
Twitternde Wissenschaftler – WissenschaftsCafé, 2. Juni 2009

Twitter in und für Organisationen
The Politics of Attention & Microblogging Governance - Ross Mayfield’s Weblog, 6. Juni 2009
Who Does Twitter Reach? How Can You Reach Them? – Portals and KM (Bill Ives), 4. Juni 2009
Twitter on your intranet: 17 microblogging tools for business – Enterprise Web 2.0 (Dion Hinchcliffe), 1. Juni 2009
Enterprise 2.0 Conference Panel on Business and Twitter - Portals and KM (Bill Ives), 18. Mai 2009
The Return on Investment in Interaction (ROII) - Using Twitter for Purposeful Contextual Social Search in Social Media – The FASTforwardBlog (Jon Husband), 25. Mai 2009
Twitter and Webinars – elearning Technology (Tony Karrer), 14. Mai 2009
Using Twitter to Build Your Small Business – Portals and KM (Bill Ives), 7. Mai 2009
Using Twitter in the Enterprise by Ed Yourdon – elsua (Luis Suarez), 25. Februar 2009

Twitter für das persönliche Wissensmanagement
Can Twitter Serve as a Personal Knowledge Management Tool? – Portals and KM (Bill Ives), 28. Mai 2009
Your Guide to Job Search and Personal Branding on Twitter – The Bamboo Project Blog (Michele Martin), 16.5.2009
Jobsuche per Twitter – Wissensmanagement 2.0 (Mark Buzinkay), 24. März 2009
Twitter as a tool for Personal Knowledge Management – gurteen (David Gurteen), 15. März 2009

Was halten Sie von Twitter? Verwenden Sie es schon, wenn ja wofür und wie?

Post von Regina Schlager
RSchlager1(at)gmx.net

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Wissensmanagement in der Krise – Krise im Wissensmanagement? Ein Whitepaper

User photo not available Thursday, 11 June 09 - 03:36 PM (GMT +01:00)
By WM20 Redaktion in General

Erwischt die Krise auch das Wissensmanagement? Oder ist das Wissensmanagement ohnehin schon in einer Krise?

Zu diesen Fragen haben wir uns in diesem Blog in einer Artikelserie von Februar bis Mai 2009 Gedanken gemacht. Unsere Überlegungen, Fragen und Ideen möchten wir nun in der zusammengefassten Form eines Whitepapers zur Verfügung stellen und zum Austausch darüber anregen.

Wissensmanagement in der Krise – Krise im Wissensmanagement? Welche Erfahrungen haben Sie gemacht? Wir freuen uns auf Ihren Kommentar zu unserem Whitepaper!


Post von Annette Hexelschneider (www.serve2know.com)
und Regina Schlager (RSchlager1(at)gmx.net)

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Wissensmanagement in der Krise – Krise im Wissensmanagement, Schluss

ah41.jpg Sunday, 03 May 09 - 03:50 PM (GMT +01:00)
By Annette Hexelschneider in General

Was bringt 2009 uns WissensmanagerInnen? Erwischt die Krise auch das Wissensmanagement? Oder ist das Wissensmanagement ohnehin schon in einer Krise?

T-Förmigkeit

In unserer Serie haben wir über Chancen & Flexibilität der WissensmanagerInnen, den Nachweis des Return of Investment unserer Arbeit, Strategie-Entwicklung mit Hilfe von Wissensmanagement  und über Motivation der Mitarbeiter gesprochen. Damit haben wir unsere Hoffnung ausgedrückt, das sich Wissensmanagement in der Krise bewähren kann, wenn in einer Firma Mitarbeiter geachtet werden.

Optimistisch glauben wir, das wir WissensmanagerInnen einen Beitrag leisten können, der Krise zu begegnen. Dafür hilft auch T-Förmigigkeit. T-förmige Mitarbeiter verbinden die besten Eigenschaften eines Spezialisten und eines Generalisten. „Most importantly, this person can integrate diverse viewpoints and takes a holistic approach to solving problems.“ [2]  Diese Gedanken stammen aus dem User Experience (UX) – Umfeld und gelten meiner Meinung nach auch für WissensmangerInnen. “They enjoy a breadth of knowledge in many fields, but they also have depth in at least one area of expertise.” ... “They defy simple categorization, but don’t let that bother you.” ... „We believe the future belongs to T-shaped people. And it’s not easy to replace a T-shaped person. The broader your talents, the more your ability lies in the overlaps between disciplines, the less likely you will find yourself outsourced.” [2]

Sind Sie T-förmig?
„The capabilities a T-shaped person with broad experience ... include:

  • the ability to see relationships between diverse ideas
  • a knack for recognizing patterns and subtle differences
  • outside-the-box thinking that lets ... create an innovative solution that might not have occurred to someone with a domain-specific perspective
  • objectivity that lets ... understand what he or she observes in a different way and identify new business opportunities
  • the ability to be what Tom Kelley calls a Cross-Pollinator, who “explores other industries and cultures, then translates those findings and revelations to fit the unique needs of your enterprise”

Hypothese A
Wir sind als WissensmanagerInnen im besten Sinne T-förmig und außerdem authentisch. Damit gerüstet für die Zukunft.
Hypothese B
Wir sind als WissensmanagerInnen im besten Sinne T-förmig. Derart für die Zukunft gerüstet, können wir uns gönnen, wir selbst zu sein.
Wie diese Antworten auf eine Umfrage zu Krise von den ChangeThis Manifesto-Machern zeigen:

  • “I’m choosing to use this as an opportunity to reevaluate what I want, who I am, and how I am going to approach the next year. Times are tough, and I’m going to keep trying to take a practice pursuit of things interesting.” [2]
  • “When you squeeze an orange, you get the sweet juice. The changing economy is squeezing me into becoming aware of what’s most important to me. It is helping me move from a financialsuccess-oriented mindset to a more balanced principles-centered, authentic & happy way of living.”[2]


Ja, ich habe optimistische bestärkende Zitate gewählt. Ist das erlaubt? Ja, weil: „I am choosing to live.” [2]

[1] „Specialists Versus Generalists: A False Dichotomy?“ By Pabini Gabriel-Petit, UX matters, Published: February 9, 2009

[2] ChangeThis Manifesto „The Economy Survey“, 55.07, 04-March-2009

Bisher in der Reihe "Wissensmanagement in der Krise - Krise im Wissensmanagement" erschienen:
Teil 1. Chancen & Flexibilität
Teil 2. Return of Investment (ROI) - An Hour a Day...
Teil 3. Strategieentwicklung
Exkurs
Teil 4. Motivation der Mitarbeiter

Post von Annette Hexelschneider (www.serve2know.com)

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Wissensmanagement in der Krise – Krise im Wissensmanagement, Teil 4

Saringer.jpg Wednesday, 08 April 09 - 06:37 PM (GMT +01:00)
By Regina Schlager in General

Motivation der Mitarbeiter

Was bringt 2009 uns WissensmanagerInnen? Erwischt die Krise auch das Wissensmanagement? Oder ist das Wissensmanagement ohnehin schon in einer Krise?

Ich habe in meinem ersten Artikel in unserer Serie "WM und Krise" erwähnt, dass ich derzeit zwei Themen als ganz entscheidend für Unternehmen sehe:

1) Strategieentwicklung
2) Motivation der Mitarbeiter

Über den ersten Punkt habe ich bereits geschrieben, hier nun meine Gedanken zum zweiten Thema:

MOTIVATION DER MITARBEITER

"Was lässt sich über die Zukunft vorhersagen?
Ich traue mich nur eine einzige Vorhersage über die Zukunft zu machen:
Jedes Unternehmen, dass sich in dieser Zeit der Unsicherheit und des unvorhersehbaren Wandels von den Mitarbeitern distanziert und sich weigert, sinnvolle Beziehungen mit diesen aufzubauen und zu pflegen, wird unweigerlich scheitern."
(Margaret Wheatley [1])

Dieses Zitat ist aus einem Aufsatz, der sich auf die Zeit unmittelbar nach 2001 bezogen hat. Die Aussage ist heute meines Erachtens genauso gültig, vielleicht stellt sich die Situation nur noch dringlicher dar.

Einen ganz entscheidenden Faktor für Strategieentwicklung und nachhaltige Unternehmenskonzepte sehe ich in der Motivation der Mitarbeiter. Meiner Meinung nach ist es für die Erarbeitung einer Strategie wichtig, vielfältige Sichtweisen und Ideen einzubeziehen und ein gemeinsames Sinnsystem für die Organisation zu entwickeln.

Ich gehe von folgendem Menschenbild aus: Wir wollen etwas Sinnvolles beitragen; wir wollen in einem Unternehmen arbeiten, das einen gemeinsamen Sinn lebt. Lässt sich Sinn vorschreiben? Bejaht man es, so geht man möglicherweise von ähnlichen Annahmen aus wie bei der Informationsübertragung im Sinne eines technischen Sender-Empfänger-Modells (Sender schickt Signal über einen Kanal an Empfänger; implizite Annahme: Empfänger nimmt die Botschaft auf jeden Fall wahr und interpretiert sie genauso, wie sie der Sender gemeint hat).

Sinn ist Zusammenhang (Wilhelm Schmid [2]). Ich kann dem anderen einen Weg zeigen, gehen (und somit "am eigenen Leibe erleben" und verinnerlichen) kann er ihn nur selbst. (Seinen) Zusammenhang herstellen, das kann nur jeder für sich. Die gemeinsame Sinn-Findung ermöglicht eine gemeinsame Unternehmensidentität, der sich Mitarbeiter (freiwillig) verpflichtet fühlen. Hierfür könnten z.B. Großgruppenmethoden eingesetzt werden.

In einer Krisensituation sind Mitarbeiter oft sehr verunsichert. Dazu trägt häufig auch bei, dass keine oder nur unzureichende Nachrichten über die Lage kommen. "Als Faustregel gilt: Je größer die Krise, desto mehr müssen wir wissen." (Margaret Wheatley [3]) Allerdings heißt "Mehr-Wissen" nicht unbedingt ein mehr an Informationen. Müller führt in seinem Aufsatz "Dilemma der internen Kommunikation" [4] aus, dass es im Allgemeinen nicht ein zu wenig an Top-Down Informationen gibt, sondern die Informationsmenge im Gegenteil in den letzten Jahren ausgeufert ist.

Es geht laut Müller jetzt um intelligente Verknappung zur Steuerung von Aufmerksamkeit. Außerdem ist es wichtig die Wissensflüsse zu fördern, v.a. allem auch den Informationstransfer von unten nach oben. Erfahrungen und Fragen "von unten" kommen zu kurz bzw. finden kein Gehör. Hier kann meines Erachtens Wissensmanagement unterstützen, unter anderem mit dem intelligenten Einsatz von Web 2.0 Werkzeugen wie Blogs und Wikis.

Der Fokus in den mitteleuropäischen Ländern liegt auf wissensintensiven Bereichen: neue, nachhaltige Produkte und Dienstleistungen als Antwort auf gesellschaftliche Entwicklungen und Engpässe. Einerseits werden derzeit Arbeitsplätze abgebaut und die Arbeitslosigkeit steigt, gleichzeitig gibt es hohen Bedarf an qualifizierten Arbeitskräften.

Ich habe in meinem Artikel zur Strategieentwicklung geschrieben, dass nachhaltige Unternehmenskonzepte gefragt sind. Dazu brauchen wir kompetente und motivierte Mitarbeiter (wobei ich mir bewusst bin, dass die dafür notwendigen Kompetenzen und der Kompetenz-Begriff einer eigenen Auseinandersetzung bedürfen). Engagierte Wissensträger verlassen das Unternehmen. Viele Unternehmen finden keine geeigneten Leute. Und die, die sie finden, sind nicht selten bald wieder weg.


Neue Mitarbeiter

Hierzu eine Geschichte. Ich habe sie von Gunter Dueck, er hat sie in einem seiner Daily Duecks [5] erzählt.


"Setzen Sie bitte sehr viele Flöhe in einen Glasquader, in so eine Art Aquarium ohne Wasser. Da die Flöhe viel höher springen können als das Glas reicht, hüpfen sie nach und nach hinaus und verschwinden in alle Winde. Alle weg! Nun legen wir eine Glasplatte als Abdeckung auf den Glasbehälter. Was passiert nun? Die Flöhe springen nach oben an die Glasplatte und tun sich bestimmt arg weh. Das denke ich mir, weil sie nach einiger Zeit lernen, nur so hoch zu hüpfen, dass sie gerade eben nicht an die Glasplatte knallen. Flöhe sind ja nicht dumm!
Nach einer langen Lernphase – wenn wir sicher sind, dass kein Floh mehr die Glasplatte erreicht – nehmen wir die Glasplatte vorsichtig ab.

Was geschieht jetzt?
Sie können es sich denken. Die Flöhe merken das nicht so richtig. Sie springen weiterhin nicht höher als die nun eingebildete Glasplatte hoch liegt. Sie bleiben im Glasbehälter drin.

Jetzt aber komme ich mit einer ganz schlauen Idee. Ich nehme ganz frische Flöhe, die noch nie in einem Glasbehälter gesessen haben und werfe sie zu den schon lange dort lebenden hinzu.

Was geschieht jetzt?
Sie können es sich denken. Die ahnungslosen Flöhe, die ja keine Verletzungen an der Glasplatte erlitten haben und auch gar nicht wissen, dass es dort eine gab oder jetzt keine gibt, springen ganz natürlich hoch und hinaus. Das sehen die alteingesessenen Flöhe und merken, dass da oben gar nichts ist! Sie werden wieder flohlebendig wie eh und je und hüpfen weg.
So weit die Theorie.

Leider falsch! Die neuen Flöhe bleiben nach dem Hineinwerfen eine Weile am Boden sitzen und schauen, wie hoch alle anderen Flöhe springen. Dann springen auch sie, aber nie höher als die Glasplatte ehedem war. Kannten Sie diesen Versuch?"


Eine ähnliche Geschichte habe ich übrigens neulich gehört mit Schimpansen und hoch auf einer Stange angebrachten Bananen. Die Flöhe und ihre Sprünge, das Stoßen an die gläserne Decke … das passt für mich hier aber besser.

Wie kommt Wissensmanagement hier ins Spiel, was kann ein Beitrag sein? Eine Möglichkeit ist, Werkzeuge und Methoden für das Einbringen von Ideen und neuen Sichtweisen vorzustellen und bei Bedarf einzusetzen. Das können einerseits neue Tools des Web 2.0 sein, anderseits aber auch Formen des persönlichen Austausches wie z.B. Wissenscafés.

Das Hinterfragen von Prozessen, Produkten und Denkmustern kann für diejenigen, die sich darin bewegen, sehr schmerzhaft sein. Eine verständliche und uns wohl allen bekannte Reaktion ist Abwehr. "Was bildet sich die bloß ein, ist neu hier und glaubt, sie kann es besser!?" Aber wenn wir Innovation und Veränderung ernst nehmen, dann müssen wir das, was von außen frisch zu uns kommt, willkommen heißen. Das heißt nicht, dass jede Idee gleich begeistert umgesetzt werden muss: aber die prinzipielle Einladung und Bereitschaft (und auch die wertschätzende Rückmeldung, was damit passiert ist!), sind entscheidend.


Mitarbeiter, die schon länger im Unternehmen arbeiten

So wichtig und unverzichtbar der "frische Wind" durch neue Mitarbeiter ist, darf doch nicht vergessen werden, dass gerade für das Wissensmanagement auch langfristige Mitarbeiterbindungen entscheidend sind (Hasler Roumois [6]). Nur so können nachhaltige Kernkompetenzen des Unternehmens aufgebaut und gepflegt werden. Wissens- und Erfahrungsaustausch setzt vertrauensbasierte Beziehungen voraus, und deren Entwicklung braucht Zeit. Auch die Vernetzung nach innen und außen ist ein Wachstumsprozess.

Und gerade die Wissensweitergabe an neue Mitarbeiter oder beim Ausscheiden von Wissensträgern an im Unternehmen verbleibende Mitarbeiter braucht Leute, die sowohl hohe Kompetenz in ihrem Bereich haben und als auch dem Unternehmen loyal gegenüber stehen. Das ist zunehmend ein Thema aufgrund der demografischen Lage: Viele Wissensträger scheiden aus dem Unternehmen aus, weil sie in Pension gehen.

Hier könnte Wissensmanagement sich einbringen in der Prozessbegleitung beim Bewahren von Unternehmenswissen [7], z.B. durch Einsatz von Knowledge-Maps, oder aber auch bei der Einführung und Begleitung von Mentor-Programmen.

Großen Bedarf und Potential sehe ich in der Unterstützung von Wissensarbeitern für produktive Wissensarbeit. WissensmanagerInnen könnten hier wirken als Facilitator, Begleiter oder Coach. Es gibt in diesem Bereich bereits Konzepte, wie etwa persönliches Wissensmanagement und Work Literacy. Kritisch zu überlegen ist, was wir eigentlich unter Produktivität in Bezug auf Wissensarbeit verstehen. Die Fragen, die sich Unternehmen heute stellen, sind jedenfalls:

"Wie können wir unsere hoch qualifizierten, nach Eigenverantwortung und Selbstverwirklichung strebenden Mitarbeiter auf das Erreichen der Unternehmensziele ausrichten? Fördern und mobilisieren wir die Potenziale unserer Mitarbeiter? Und kennen wir die Potenziale unserer Mitarbeiter überhaupt?" [8]

Bisher haben erst einige Unternehmen erkannt, dass es sich lohnt, nach „Wettbewerbsvorteilen zweiter Ordnung“ zu suchen: solche sind beispielsweise Mitarbeitende, die Freiräume erfahren, sich mit Leidenschaft einbringen und der Organisation die eigene Intelligenz zur Verfügung stellen. [9]


Welche Geschichten werden sowohl intern als auch extern über das Unternehmen erzählt? Das hat viel damit zu tun, wie Mitarbeiter zum Unternehmen stehen. Gerade jetzt, wo Netzwerke auch außerhalb des Unternehmens immer wichtiger werden, ist es aus meiner Sicht hoch sensibel, was und wie Mitarbeiter über das Unternehmen sprechen. Die Wirkung, die davon ausgeht, kann meines Erachtens nicht wichtig genug eingeschätzt werden. Und wie loyal sich Mitarbeiter dem Unternehmen gegenüber fühlen, ist ausschlaggebend dafür, ob sie aktiv externes Wissen über wertvolle Kontakte ins Unternehmen holen.


Literatur:
[1] Wheatley, Margaret (2003): Die unvorhersehbare Zukunft erfolgreich bewältigen. In: LO - Lernende Organisation, H. 16, S. 35.
[2] Schmid, Wilhelm (2006): Philosophische Lebenskunst. Mit sich selbst befreundet sein. Original-Vortrag. 6 CDs. Müllheim/Baden: Auditorium.
[3] Wheatley, Margaret (2003), S. 34.
[4] Müller, Michael: Informieren, aber richtig: Das Dilemma der internen Kommunikation. In: wissensmanagement 1/09, S. 42-43.
[5] Dueck, Gunter: Mitarbeiter wie gehütete Flöhe (Daily Dueck 36)
[6] Hasler Roumois, Ursula (2007): Studienbuch Wissensmanagement. Grundlagen der Wissensarbeit in Wirtschafts-, Non-Profit- und Public-Organisationen. Zürich: Orell Füssli, S. 204 ff.
[7] Vortrag "Keep Experience" – Unternehmenswissen bewahren und verteilen" auf der Know Tech 2008 (mit Slides und Paper)
[8] North, Klaus; Güldenberg, Stefan (2008): Produktive Wissensarbeit(er). Antworten auf die Management-Herausforderung des 21. Jahrhunderts. Mit vielen Fallbeispielen. Wiesbaden: Gabler. S. 12.
Ein Fallbeispiel zur Rolle des Wissensmanagers als Coach ist zu finden S. 259-262.
[9] ebda. 


Bisher in der Reihe "Wissensmanagement in der Krise - Krise im Wissensmanagement" erschienen:
Teil 1. Chancen & Flexibilität
Teil 2. Return of Investment (ROI) - An Hour a Day...
Teil 3. Strategieentwicklung
Exkurs


Post von Regina Schlager


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Das Rad neu erfinden

Saringer.jpg Wednesday, 01 April 09 - 07:00 PM (GMT +01:00)
By Regina Schlager in General

 

Wie oft haben Sie, wenn es um Wissensmanagement geht, schon "Das Rad nicht neu erfinden" gehört oder selbst gesagt?

Bei Hans-Peter Dürr lese ich:

"Qualität kommt eigentlich nur dann in die Arbeit, wenn man abgeht von dieser Mengenproduktion und nicht sagt: Warum soll ich das Rad neu erfinden? Das Rad wurde immer und immer wieder neu erfunden. Jeder, der zum ersten mal das Rad wieder selber macht oder es gebraucht, hat ein Aha-Erlebnis, das sein Leben prägt."

Das selbst ein Aha-Erlebnis für mich: ich erkenne Zusammenhänge, die ich SO vorher nicht gesehen habe. Ich liebe diese Momente!

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Wissensmanagement in der Krise – Krise im Wissensmanagement, Exkurs

ah41.jpg Saturday, 14 March 09 - 10:14 PM (GMT +01:00)
By Annette Hexelschneider in General

Leere Worte

Was bringt 2009 uns WissensmanagerInnen? Erwischt die Krise auch das Wissensmanagement? Oder ist das Wissensmanagement ohnehin schon in einer Krise?

In einem Exkurs zum Thema Krise in meinem persönlichen Blog beschäftige ich mit Wieselwörtern. Vielleicht interessant für WissensmanagerInnen, die Inhalte transferieren und deshalb leere Worthülsen vermeiden möchten.

Bisher in der Reihe "Wissensmanagement in der Krise - Krise im Wissensmanagement" erschienen:
Teil 1. Chancen & Flexibilität
Teil 2. Return of Investment (ROI) - An Hour a Day...
Teil 3. Strategieentwicklung

Post von Annette Hexelschneider (www.serve2know.com)

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