Sharing knowledge, being different and working as a team
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Saturday, 17 October 09 - 08:27 PM (GMT +01:00) By Annette Hexelschneider in Rez. WM-Artikel |
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Team-Arbeit und Vielfalt (diversity) waren und sind Konzepte, die entscheidend für den Firmenerfolg sein sollten. Doch nicht jede Zutat verbessert jedes Gericht.
Der hier besprochene Artikel beleuchtet Vielfalt von Team-Mitgliedern und deren Auswirkung auf soziale Identifikation, Zusammenarbeit und Wissenstransfer in Firmen-Teams. Vielfalt bedeutet für die im Artikel untersuchten Teams, Mitglieder aus verschiedenen Nationen, mit unterschiedlichen ethnischen und funktionalen Hintergründen und unterschiedlichen Bildungsständen zu haben, die in verschiedenen Niederlassungen arbeiten. Diese Teams haben zudem nur begrenzt die Möglichkeit zu direkter face-to-face Kommunikation.
In der heutigen Welt sind verteilte Teams Alltag in Firmen. Mit welchen integrierenden Maßnahmen kann der Herausforderung begegnet werden? Die Literaturanalyse im Artikel zeigt, dass soziale Identifikation mit dem Team die komplexe Beziehung zwischen Vielfalt und Wissensaustausch positiv beeinflussen kann. Gefühlte Sicherheit, wahrgenommener Support seitens der Firma, Gerechtigkeit, Vertrauen und Beachtung können positiv beeinflussen wie Menschen mit Wissen umgehen.
Es gibt „high-care environments“ mit Vertrauen und dem Ziel Kollegen zu helfen „to reach a - maximum leverage on others knowledge-“. Und es gibt „low-care environments“ in denen sich die MitarbeiterInnen eher nur um ihre eigene Produktivität kümmern und versuchen, ein Maximum an „Zurechtkommen“ zu erreichen, egal welche Probleme ihre KollegInnen haben.
Was macht Vielfalt im Team schwierig? Zum Beispiel die sehr verschiedene Art und Weise Unsicherheit zu vermeiden, die Bandbreite des Verhaltens zu Macht, die Bandbreite von Individualismus und Männlichkeit.
Eine große ideelle Entfernung zwischen Team-Mitgliedern bringt Verständnis-Probleme wegen des „lack of overlap in their cognitive frames“. Bei geringerer ideeller Entfernung wird es jedoch als weniger notwendig angesehen voneinander zu lernen.
Der vorliegende Artikel untersucht die Hypothesen aus der Literaturstudie in einer internationalen Firma mit Hauptsitz in den Niederlanden mittels eines Fragebogens. Gefragt wurde nach
• Wissensaustausch,
• sozialer Identifikation,
• Vielfalt von Expertise,
• Vielfalt der Werte
• und Zusammenarbeit.
Mit dem Ergebnis: “Knowledge sharing bears positive relations with interdependence and social identity, while value diversity correlates negatively with knowledge sharing and social identity. Between expertise diversity and knowledge sharing there is no relation.“
Soziale Identifikation mit dem Team zu stärken, kann den Wissensaustausch im Team verbessern. Vielfalt der Werte hat jedoch negative Effekte auf den Wissensaustausch. Wenn Teams gebildet werden, sollte der Werte-Vielfalt viel Aufmerksamkeit geschenkt werden und die Identifikation mit dem Team muss kontinuierlich gestärkt werden. Natürlich kostet das Zeit und Geld. Nicht geteiltes Wissen ist dagegen erst einmal kein offensichtlicher Kostenfaktor...
Vielfalt im Team bringt Vielfalt an Expertise für ein Projekt. Dieser scheinbar positive Effekt kann aber nur erzielt werden, wenn die o.g. Herausforderungen weder vergessen noch unterschätzt werden.
Post von Annette Hexelschneider (www.serve2know.com)
Titel: Sharing knowledge, being different and working as a team
Autor: Bastiaan Rosendahl
Journal: Knowledge Management Research & Practice
Year: 2009, 7, 4-14
Publisher: palgrave macmillian
WissensarbeiterInnen = gute Eltern. Gute Eltern = gute WissensarbeiterInnen
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Monday, 13 April 09 - 12:53 PM (GMT +01:00) By Annette Hexelschneider in Rez. WM-Artikel |
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Wir Mütter haben es schon immer gewusst, unsere Familenarbeit qualifiziert uns auch besonders für das Berufsleben. Schön, wenn Frau das von der Forschung bestätigt bekommt. Vielleicht ein weiterer Schritt zur beruflichen Akzeptanz unserer Qualifikationen:
"If this idea is accepted in organisational contexts, it is to be expected that knowledge-based economies would stop disproportionately rewarding the intellectual abilities obtained through university degrees and begin to grant economic and social recognition to other tacit cognitive abilities developed through means other than formal education."

Titel: Breaking the boundary between personal- and work-life skills: parenting as a valuable experience for knowledge workers
Authors: Eva Rimbau-Gilabert, David Miyar-Cruz, Jose Maria Lopez-de Pedro
Journal: International Journal of Knowledge and Learning
Year: 2009, 5, 1-13
Publisher: INDERSCIENCE
Post von Annette Hexelschneider (www.serve2know.com)
Tag Gardening for Folksonomy Enrichment and Maintenance
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Friday, 12 December 08 - 06:00 PM (GMT +01:00) By Regina Schlager in Rez. WM-Artikel |
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Wie in meinem letzten Beitrag angekündigt, möchte ich über den Aufsatz "Tag Gardening for Folksonomy Enrichment and Maintenance" von Isabella Peters und Katrin Weller schreiben.
Gärtnern ist ja eine sehr starke Metapher. Finde ich zumindest. Gärtnern als Schule des Lebens. Meine eigenen Erfahrungen zeigen mir: In bestimmtem Ausmaß ist Wildwuchs gut (und gefällt mir). Saat aufgehen lassen, die aufgehen will. Nicht alles ist kontrollierbar. Geduld ist notwendig. Entwicklung braucht Zeit. Andererseits: Ohne Kontrolle ist der Garten bald überwuchert von Pflanzen, die den Boden mit ihren Wurzeln unterwandern, allen anderen Pflanzen Nährstoffe und Lebensraum entziehen. Der "Rasen": ein Löwenzahnbeet? – kann vorkommen.
Ein gewisses Maß an Kontrolle ist notwendig: die ordnende Hand des Gärtners. Und es ist schon erstaunlich, wie viel man bereits aus einem kleinen Garten herausreißt, damit auch anderes die Chance zum Wachsen und Blühen bekommt - obwohl man doch zunächst nichts hält von "Unkraut"jäten, ja überhaupt der Unterscheidung zwischen Kraut und Un-Kraut. Immer wieder die Balance finden zwischen Eingreifen und Lassen.
Wie in einem Garten auch bei einer Folksonomy (Zusammensetzung aus "Folks" und "Taxonomy", der Austausch von Schlagwörtern/Tags zwischen Benutzern): Wachstum braucht Zeit, Raum und Geduld. Es ist nicht sinnvoll, alles von vorneherein planen zu wollen. Peters und Weller betonen denn auch: "Generally, tag gardening activities should be mainly established on top of existing folksonomies and not in advance."
Um in der Metapher zu bleiben: Der Garten ist die Folksonomy, die Pflanzen darin sind die einzelnen Tags:
"To discuss the different gardening activities, we first have to imagine a document-collection indexed with a folksonomy. This folksonomy now becomes our garden, each tag being a different plant. Currently, most folksonomy-gardens are rather savaged: different types of plants all grow wildly […]. Some receive high attention, others almost none. Some are useful for the community and retrieval tasks, others are not as they are highly personal or rather inappropriate for indexing purposes [...]. - Actually, folksonomies have been criticized for being a 'mess'."
Das unkontrollierte Nebeneinander verschiedenster Tags führt bald zu Fragen der Schreibweise wie:
- Rechtschreibfehler
- zusammengesetzte Wörter: z.B. taggardening, tagGardening, tag_gardening
- Wörter entweder in der Einzahl oder in der Mehrzahl
Jäten (Weeding)
Hier ist nun die gärtnerische Aktivität des Jätens (Weeding) gefragt. Wie im Garten ist es nicht immer einfach herauszufinden, welche Pflanzen gejätet werden sollen.
Laut den Autorinnen steigt bei den Benutzern das Bewusstsein für die Notwendigkeit gewisser Kontrolle beim Tagging. Beim Einsatz von Social Tagging in einem Unternehmen ist aus meiner Sicht wichtig, dass die Benutzer zunächst einmal Social Bookmarking und Tagging benutzen und selbst damit Erfahrungen machen. Hilfestellung seitens eines Moderators, Facilitators oder aber "Tag Gardeners" ist notwendig: Er führt zunächst heran an das Social Tagging, regt zum eigenen Ausprobieren an und hilft dann den Benutzern, ihre Tags zu verbessern. Die Gartenmetapher kann hilfreich dabei sein!
Es kann dabei durchaus Sinn machen, Richtlinien für die Tagging Community zur Verfügung zu stellen, so z.B. welche Schreibweise für zusammengesetzte Wörter zu verwenden ist, oder ob Wörter in Singular oder Plural angesetzt werden sollen. Hier ist aber immer abzuwägen zwischen Kontrolle und Freiheit beim Tagging. Zu viel Kontrolle führt die Idee des Social Tagging und der Entwicklung einer Folksonomy ad absurdum.
Säen (Seeding)
Eine wichtige Tätigkeit des Gärtners ist das Säen (Seeding) neuer Pflanzen, falls der Garten nicht gänzlich sich selbst überlassen werden soll. Eine Tag-Cloud zeigt anschaulich die populärsten Tags. Oft sind diese populären Tags aber zu allgemein, um wirklich präzise Suchergebnisse zu erhalten. Hier kann die gärtnerische Hand eingreifen und Samen auswerfen: neue, genauere Bezeichnungen. Da Samen oft überhaupt nicht aufgehen oder aber Sämlinge häufig über das Stadium des Aufkeimens nicht hinauskommen, ist hier besondere Sorgfalt bei der Pflege angebracht.
Über Probleme bei der Schreibweise hinaus tauchen bald auch tiefergehende auf. Die freie Beschlagwortung beim Social Tagging ist einfach in der Benutzung, flexibel und spiegelt die Dynamik der Sprache der Nutzer wider. Das geht aber zu Lasten der begrifflichen Kontrolle, wie wir sie aus Systemen der Wissensorganisation wie Taxonomien, Ontologien und Thesauri kennen:
- Homonyme: gleiches Wort, verschiedene Bedeutungen – z.B. Bank für Geldinstitut und Sitzbank.
- Synonyme: verschiedene Wörter für gleiche/ähnliche Bedeutungen – z.B. Ablauf und Prozess.
- Relationen: semantische Beziehungen zwischen Begriffen
Im Garten: Einige Pflanzen sehen gleich aus, sind aber nicht dieselben (Homonyme), andere können in verschiedenen Variationen auftreten und sind nur schwer einer Sorte zuzuordnen (Synonyme), andere fühlen sich wohl miteinander (z.B. Rosen und Lavendel) oder passen gut zusammen und sollten zusammengeführt werden (z.B. farblich abgestimmter Garten, thematischer Garten). Ein gewisses Maß an Gartendesign ist hier angebracht.
Peters und Weller führen einige Beispiele von schon vorhandenen Möglichkeiten für die automatische Bearbeitung von Tags an. Darüber hinaus halten sie auch die individuelle manuelle Bearbeitung von Tags für wichtig: vor allem in Hinblick auf das persönliche Tag Management. Ein einfaches Modell dafür bietet derzeit Delicious mit der Funktion "tag bundles".
Die Autorinnen weisen darauf hin, dass das nachträgliche und zusätzliche Bearbeiten der Folksonomy der Schlüssel sein kann, um sowohl freies Tagging als auch Kontrolle über das Vokabular zu verbinden.
Fertilizing (Düngen)
Um den Pflanzen neue Nährstoffe zuzuführen, ist beim Gärtnern düngen wichtig (es muss ja kein Kunstdünger sein). Für die Folksonomy kann das bedeuten, dass sie mit komplexeren Systemen der Wissensorganisation kombiniert wird, wie Thesauri oder Ontologien. Eine Ontologie kann z.B. verwendet werden, um dem Benutzer Tags vorzuschlagen.
Die Kombination mit Ontologien ist ein vielversprechender Ansatz, um semantic enrichment zu ermöglichen.
Für mich wird hier deutlich, dass kontrolliertes Vokabular aus Wissensorganisations-Systemen nach wie vor oder vielmehr gerade jetzt wieder von großer Bedeutung ist. Es kann nicht ersetzt werden durch gänzlich freies Verschlagworten. Gerade durch die Kombination ergeben sich neue, vielversprechende Möglichkeiten.
Personomy - Personal Tag Repository - TagCare
Ich arbeite mit verschiedenen Social Bookmarking Anwendungen. Die Möglichkeit, eine eigene Terminologie (Personomy) zu pflegen, die ich plattformübergreifend verwenden kann, wäre sehr hilfreich. So könnte ich in verschiedenen Web 2.0 Tools einheitlich taggen.
Peters und Weller schlagen als mögliche Lösung ein "personal tag respository" vor. "We envision a small tool which helps a user to collect, maintain and garden his very own tagging vocabulary." Mit TagCare wollen sie so ein Tool zur Verfügung stellen!
Ein Ausblick der Autorinnen: Jeder User kann einen Spaziergang durch den Garten des anderen machen und Ableger oder Samen mitnehmen für den eigenen Garten. Das "personal tag repository" könnte also dazu benützt werden, um Terminologien zwischen Gruppen auszutauschen. Für die fernere Zukunft können sich Peters und Weller auch das Zusammenführen von verschiedenen Personomies vorstellen.
Für das persönliche Wissensmanagement finde ich den Ansatz eines Personal Tag Repository sehr interessant! Das Tool TagCare werde ich jedenfalls ausprobieren, sobald es zur Verfügung steht.
Hier noch die Mindmap zum Artikel, die ich in Mindmeister erstellt habe.
Peters, Isabella; Weller, Katrin (2008): Tag Gardening for Folksonomy Enrichment and Maintenance. Webology, 5 (3), Article 58. Verfügbar unter: http://www.webology.ir/2008/v5n3/a58.html
"Managing for Serendipity or why we schould lay off 'best practice' in KM"
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Wednesday, 29 October 08 - 06:28 PM (GMT +01:00) By Regina Schlager in Rez. WM-Artikel |
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Was verbreitet sich am schnellsten in Ihrem Unternehmen: Geschichten über Erfolge oder Geschichten über Misserfolge?
Das ist David Snowdens Ausgangsfrage in seinem Artikel: "Managing for Serendipity or why we should lay off 'best practice' in KM". Er hat sie über 100 Teilnehmern einer Konferenz gestellt. Die Antwort: Misserfolge.
Wie passt das nun mit dem Best Practice Ansatz im Wissensmanagement zusammen, der davon ausgeht, dass
- es einen idealen Weg gibt etwas zu tun,
- wir diesen herausfinden und schriftlich festhalten können,
- wir sodann die Mitarbeiter dazu bringen können, diesen Idealfällen zu folgen und
- es auch wünschenswert ist, dass sie das tun.
Snowdens Fazit schon an dieser Stelle:
"Best practice has space in knowledge management, but the space is small, highly specialised and generally expensive. Creating a learning ecology on the other hand that bounds but recognises diversity is another matter all together, here the dynamics of human interaction and enquiry can be built to permit both better decision making, and through the active management of serendipity the enablement of innovation."
Wie argumentiert nun Snowden? Welche Anwendungsfälle von Best Practice sind für ihn zielführend? Und welche Alternativen bietet er an für die ihm nicht geeignet erscheinenden Fälle?
Legitime, wichtige Einsatzgebiete
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Hochgradig spezialisierte Fälle, denen man das Modell von stabilen, wiederholbaren Ursache-Wirkungs-Beziehungen zugrunde legt.
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Zweideutigkeiten sind hier nicht angebracht.
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Beispiele: Internetzahlungen, Verkehrssysteme, Sicherheitsvorkehrungen in einem Atomkraftwerk.
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Der Einsatz braucht Disziplin und ist zeit- und kostenintensiv.
Menschliche Entscheidungsfindung
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Übertragung dieses kybernetischen Modells auf Prozesse problematisch, in denen Menschen mit ihrer Entscheidungsfindung involviert sind.
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Bei uns spielen vergangene Erfahrungen (eigene und in Geschichten ausgedrückte kollektive), Erwartungsmuster und Gewohnheiten eine Rolle.
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Dinge, die wir häufig machen, erzeugen "habitual patterns". Sie ermöglichen schnelle Entscheidungsfindung, aber unser Verhalten wird auch "eingleisig", sodass wir Dinge nicht sehen, die nicht mit unseren Erwartungsmustern übereinstimmen.
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Für den Wissensaustausch ausschlaggebend sind der gemeinsame Kontext der Beteiligten und Vertrauen.
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Bei menschlichen Handlungen spielt gerade Offenheit eine große Rolle: neue Möglichkeiten, nicht nur vergangene Praxis.
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Wir kommunizieren auf dem Boden von gemeinsamen Erfahrungen, Überzeugungen und Werten.
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Diese geteilten Annahmen sind auch bei verschriftlichtem Wissen beinhaltet. Sie werden allerdings selten erwähnt, weil sie für selbstverständlich gehalten werden (Expertensprache!)
Folgen wir Best Practice und sollen wir ihr folgen?
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"Gute Beispiele", Vorbilder rufen oft Reaktionen hervor wie z.B. Ablehnung, Neid,
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oder aber die Reaktion ist unkritische Imitation.
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Damit Best Practice konsequent angewendet wird, ist Gewohnheit notwendig. Beispiel: Feuerwehr, tägliches Praktizieren. Außerdem hier: permanente Krisenstimmung, die Vertrauen verstärkt.
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Best Practice fokussiert auf Effizienz. Effizienz führt aber nicht notwendigerweise zu Effektivität.
ALTERNATIVEN
Welche Alternativen schlägt Snowden vor, um den Hauptzweck von Wissensmanagement zu unterstützen? Nämlich: bessere Entscheidungsfindung zu ermöglichen und Rahmenbedingungen für Innovation zu schaffen - wofür aktives Lernen und die Störung von routinierten Denkmustern notwendig sind.
1) Narrative Databases
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Ermöglichen vielfältige und unerwartete Entdeckungen.
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Enthalten Originalmaterial an Anekdoten.
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Bei der Suche werden direkte Fragen vermieden.
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Spiegeln natürliche Lernprozesse wider.
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Wachsendes Einsatzgebiet: für pensionierte Mitarbeiter oder Mitarbeiter, die bald in Pension gehen.
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Können ein "first entry KM system" sein.
2) Social Network Stimulation
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Zielt darauf ab, Verbindungen zu schaffen.
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Besonders wertvoll während Reorganisation oder Zusammenschlüssen von Unternehmen.
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Mitgliedschaft im Netzwerk ist selbstorganisiert und freiwillig.
3) Disruptive Pattern Breaking
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"There is nothing as conservative as a deep expert"
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Um eingefahrenes Denken zu verhindern, braucht es Störung des etablierten Wissens.
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Störung kann z.B. eingebaut werden in eine Narrative Database mittels unerwarteter Materialien, um so eine neue Sichtweise zu schaffen.
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Fortgeschrittene Anwendungen verwenden Spielumgebungen und arbeiten mit disruptive metaphors.
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Verwendung von Archetypen.
Snowden spricht von diesen alternativen Systemen als Worst Practice Systemen, im Gegensatz zu Best Practice Systemen.
In welchen Unternehmen werden solche Systeme schon verwendet? Haben Sie schon Erfahrungen damit gemacht?
Title: Managing for Serendipity: why we should lay off "best practice" in KM
Author: Dave Snowden
„Knowledge Sharing in Online Environments: A Qualitative Case Study“
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Sunday, 27 July 08 - 10:05 AM (GMT +01:00) By Annette Hexelschneider in Rez. WM-Artikel |
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Sie haben das geeignete Web 2.0-Tool für Ihre Wissensmanagementziele ausgewählt und auf geht’s. Nun, Leserinnen und Leser, die hier ab & an reinlesen, wissen, das wir unseren Tool-Rezepten auch immer Hinweise zu Risiken und Nebenwirkungen zur Seite stellen.
Der Artikel von Khe Foon Hew und Noriko Hara eignet sich hervorragend als Checkliste bevor man ein Web 2.0-Tool für's Wissensmanagement einführt und er eignet sich auch für einen zweiten und dritten prüfenden Blick nach der Einführung. Im Artikel wird eine Studie vorgestellt, die in drei Mailing-Diskussions-Listen mit sehr unterschiedlichem auszutauschenden Wissen:
- Advanced Nursing Practice (13 Jahre on-line),
- University Web Development (9 Jahre on-line),
- Literacy Education (9 Jahre on-line)
durchgeführt wurde. Ziel war es Motivatoren und Demotivatoren für das Teilen von Wissen zu analysieren.
Dafür wurde die Mail-Konversation über einen bestimmten Zeitraum beobachtet. Und aus den ablaufenden Mail-Aktivitäten die Inhalte des Typs „Wissen teilen“ untersucht. Ergänzt durch Interviews mit Mailinglisten-Abonnenten.
Für das teilbare Wissen wurde Hara (2007) herangezogen – Buch-Wissen, praktisches Wissen, kulturelles Wissen. Für Motivation wird Elliot & Covingtons (2001) Definition des „Energetisieren und Lenken des Verhaltens etwas zu tun“ verwendet.
Motivatoren Wissen on-line zu teilen können sein:
- altruism,
- collectivism,
- personal gain,
- reciprocity,
- respectful environment,
- seeker's interest,
- ease of technology,
- external goals.
Im Literature Review-Teil des Artikel, werden die ihnen zugrunde liegenden Theorien detailliert beschrieben, auch für die Demotivatoren:
- attitude,
- confidentially considerations,
- lack of time,
- no additional knowledge to add,
- not wanting to fight,
- seeker unable to use the knowledge,
- technology,
- unfamiliarity with subject.
Angenehmerweise verfallen die Autoren nicht in marktschreierische Töne, sondern bleiben dicht an den menschlichen Bedürfnissen.
Hoffnungsfroh stimmt, das generalized reciprocity motivieren kann. Das bedeutet: ich erwarte mir nicht unbedingt Hilfe von demjenigen dem ich helfe, sondern glaube, das mir auch mal jemand hilft, wenn jetzt ich helfe.
In allen drei Mailinglisten werden unterschiedliche Anteile von Buch-Wissen und praktischem Wissen (persönliche Meinungen, persönliche Lösungsvorschläge, institutionelle Praktiken) geteilt.
Der größte Motivator war für alle drei Listen reciprocity. Danach folgen unterschiedlich (!) verteilt über die Listen collectivism und personal gain. Dieser Zusammenhang von Motivatoren und der Art des ausgetauschten Wissens ist ein weiterer interessanter Checkpoint für den Einsatz von virtuellen Werkzeugen, Umgebungen zum Wissensteilen.
Die größten Demotivatoren waren für alle drei Listen-Teilnehmer lack of time. Interessant finde ich, das auf Platz zwei folgt, das die Listen-Leser nicht helfen konnten, weil sie sich mit der spezifischen Frage, auf dem spezifischen nachgefragten Gebiet nicht auskannten.
Und ein weiterer wichtiger Checkpoint kommt hier in's Spiel. Ein Motivator kann auch ein Demotivator sein! Zum Beispiel die technology:„For example, technology appeared to be a double-edged sword because it can motivate as well as hinder knowledge sharing. Participants reported that ease of technology and the pseudo-anonymity afforded by technology motivated them to share knowledge. However, the use of text-based technology led to the absence of body, facial and tonal cues.”
Auch wenn diese Studie eher ein klassisches und fast schon historisch anmutendes virtuelles Tool zum Untersuchungsgegenstand hat, bietet sie für die Einführung und Moderation von WM 2.0-Tools wichtige flankierende Denkanstöße.
Und sie macht mir Appetit auf einen Wiederholung im Rahmen der WM 2.0-Realität.
Title: Knowledge Sharing in Online Environments: A Qualitative Case Study
Authors: Khe Foon Hew, Noriko Hara
Journal: Journal of the American Society for Information Science and Technology
Year: 2007, 58 (14):2310-2324
Publisher: Wiley Perodicals, Inc.
Article request
„The role of trust in business collaboration“
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Friday, 04 July 08 - 11:52 AM (GMT +01:00) By Annette Hexelschneider in Rez. WM-Artikel |
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Heute ist collaboration angesagt – immer und überall. Aber ist das wirklich immer collaboration?
Eines der Verdienste des Briefing Papers der Economist Intelligence Unit („The Economist“) ist es, auf die unterschiedlichen Grade von Zusammenarbeit aufmerksam zu machen. So sind die Ziele
- von co-ordination eng definiert: „Get this done...“;
- von co-operation breiter und es gibt ein Mandat dafür: „We need to...“;
- von collaboration sind gemeinsame allgemeine: „I wonder if we could...?“ .
Dies erfordert auch unterschiedliche Vertrauens-“Reife“grade von Menschen, Prozessen und Tools. Was die einfacheren Formen der Zusammenarbeit leichter möglich macht. Trotzdem bleibt bei den Beteiligten ein Gefühl für die Risiken.
Schon die Graphiken 1 und 2 mit diesen Informationen sind ein gutes Warnsignal für WM 2.0-Interessierte, um nicht mit Tool-Begeisterung „einfache“ Prozesse der Zusammenarbeit zu überfordern.
Das Paper basiert auf einer Umfrage unter 453 Personen im Management und deren Erfahrungen in collaborativen Prozessen. Die stärkste regionale Beteiligung an der Umfrage kommt aus dem Asien-Pazifik-Raum, Nordamerika und Westeuropa. Was mich neugierig macht. Wie wohl das Ergebnis ausgesehen hätte bei getrennter regionaler Betrachtung?
Einige Ergebnisse:
1) „Getting word of mouth recommendations is still the most widely used policy for verifying trustworthiness. For example, 72% of respondents say they use word-of-mouth from colleagues in verify the trustworthiness of individuals from outside the organisation with whom they collaborate; 64% say they use word of mouth to assess other organisations.“
Verblüffend im guten Sinne – man kann so eine Chance bekommen, wenn Frau/Mann sich in der Zusammenarbeit bewährt hat. Verblüffend im negativen Sinne, das Zahlen & Fakten & weitere Recherchen bei den Befragten offenbar nur zu 36% zum Beurteilen der Organisationen/Firmen als solcher herangezogen werden.
2) Im Kern des Papers werden verschiedene Antworten miteinander in Beziehung gesetzt und so u.A. die „very good collaboraters“ und ihre Arbeitshaltung/Eigenschaften/... betrachtet:
“However, 26% of the very good collaborators say they are “not at all virtual” - ie, they find, manage, and communicate with most collaborative business partners via face-to-face and telephone interactions and rarely experiment with Web and other IT tools.”
Das Paper stammt aus dem Jahr 2008!
3) “But technology can also undermine collaboration. Mr Saunders cites potential problems with email as an example. “You tend to read email in the mindset you are in at the time. If you are in a foul mood when you read it, you assume the sender was in a foul mood when they wrote it.” Things can quickly spiral out of control, he says, noting that “situations get more and more inflamed, as people get more and more angry, and the cc list gets longer and longer .”
Das zeigt wieder einmal, wieviel Tool-unabhängige Pflege das Pflänzchen Vertrauen braucht!
“The role of trust in business collaboration. An Economist Intelligence Unit briefing paper sponsored by Cisco Systems”
© The Economist Intelligence Unit 2008
Lifelong Learning mit ePortfolios
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Tuesday, 20 May 08 - 06:18 AM (GMT +01:00) By Mark Buzinkay in Rez. WM-Artikel |
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Im Buch ePortfolios, Handbook of Research von Jafari / Kaufman findet sich neben "Using ePortfolios to Foster Peer Assessment, Critical Thinking, and Collaboration" von Heidi J. Stevenson (Seiten 112-124) ein weiterer, sehr interessanter Artikel: "The Promise of the Student Electronic Portfolio: A Provost's Perspective" von William M. Plater (Seite 62-73).
In diesem Artikel geht's im Wesentlichen um Folgendes:
"The development and pervasive adoption of student electronic portfolios have the potential to transform higher education at both the institutional and national sector levels. While much depends on the continued expansion of the ePortfolio's technological capabilities, its transformative power derives from allowing students, faculty, and institutions to actually do what heretofore they have only imagined: enable each student to have a personally managed, meaningful, coherent, integrated lifelong record of learning that demonstrates competence, transcends educational levels, and is portable across institutions of learning - formal and informal. The ePortfolio is lifelong learning co-owned and co-managed by the individual student".
Aus diesem Absatz stechen mir ganz besonders folgende Dinge in die Augen:
- Lifelong learning: das bedeutet auch, dass auch nach einem Leben nach der Uni das ePortfolio als Lern-, Reflexions- und Showcase-Plattform genutzt werden könnte. Hier bekommt das Konzept "Lifelong learning" auch eine archivarische Note: der gesamte Lern- und Entwicklungsprozess wird aufgezeichnet, nicht nur bruchstückhaft innerhalb eines Seminars / Lehrganges, sondern über das gesamte Leben.
- Personally managed: jeder ist für sein ePortfolio, für die Aktualität, und damit schlußendlich auch für sein Tun verantwortlich. Was im Alltag "normal" und nicht erwähnenswert scheint, bekommt im Zuge von Lifelong learning aber eine andere Note: "jeder ist für seine persönliche Entwicklung selbst verantwortlich". Damit nimmt man bestimmte Lebensentwürfe implizit auf.
- Portable across institutions of learning: das ist derzeit Wunschdenken. Ich kann zwar meine Ergebnisse ("Showcases") anderen zugänglich machen, mein ePortfolio an der Institution X kann ich nicht zur Gänze an die Institution Y übertragen. Dazu müßte nicht nur ein inhaltlich, sondern auch technisch-administrativ die Möglichkeit bestehen, sein ePortfolio zu beherrschen. Das ist derzeit aber, bis auch kostenpflichtige ePortfolio Anbieter, nicht möglich. Damit wird aber auch letztlich der Gebrauch von ePortfolios eingeschränkt: ein ePortfolio als Archiv des lifelong learning ist derzeit nicht absehbar. Data Portability und die Frage nationaler ePortfolio Hosts ("jedem Bürger ein ePortfolio") sind hier kritische Voraussetzungen.
[Technorati Tags: Lifelong Learning - ePortfolio ]
ePortfolio und Kollaboration
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Tuesday, 06 May 08 - 06:26 AM (GMT +01:00) By Mark Buzinkay in Rez. WM-Artikel |
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Ein Thema, welches mich in letzter Zeit stark beschäftigt, sind ePortfolios. Im Zusammenhang mit Wissensmanagement sind ePortfolios aus zweierlei Richtungen her interessant:
- als persönliches Wissensmanagement-Werkzeug (Lernreflexion, Darstellung von Skills und Artefakten)
- als Lern- und Kommunikationsumgebung für Gruppen
Ein interessanten Aufsatz zu diesem Thema habe ich im Buch ePortfolios, Handbook of Research von Jafari / Kaufman
In dem Beitrag geht es um Folgendes (hier der Abstract):
"An EPortfolio is frequently een as a space for ecelctronially compiling and storing student work. After completing asignments, students generally submit their ePortfolio to an instructor, prospective employer, or other assessor. This chapter questions if the typical use of ePortfolios could be modified to create to encourage students (elementary school through graduate school) to engage in critical thinking, and provide feedback to their peers."
Was Stevenson hier vorschwebt, ist also nicht ein reines Assessment und Showcase ePortfolio, sondern ein Tool, welches die Peers auffordert, die Arbeiten der Anderen zu begutachten, kritisch zu hinterfragen und wertvolles Feedback zu leisten. Dies böte die Chance, kritisches Lesen zu entwickeln und über die Refexion zu weiteren Lerneffekten zu kommen. Für die Begutachteten bedeutet das auch, dass sie ihre Arbeiten / Gedankengänge von verschiedensten Seiten ausgeleuchtet bekommen - etwas sehr seltenes.
Dies setzt aber engagierte und wissende Peers voraus, was durchaus nicht immer der Fall ist (denken wir z.B. an das Unternehmen, in dem wir arbeiten). Daher wird auch die Rolle des Trainers betont: er gibt klare (Lern-)Ziele vor, aber auch Bewertungsmaßstäbe und Feedback zur Peer Review selbst.
In diesem Rahmen scheint mir interessant, welche Möglichkeiten ePortfolios in einer Wissensumgebung wie die einer Unternehmung bieten. Sind diese mit akademischen ePortfolio-Szenarien vergleichbar? Ein Thema, das in Zukunft noch Schlagzeilen machen wird...
[Technorati Tags: Wissensmanagement - ePortfolio ]
Story Telling: Teil 2 - Story Writing
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Thursday, 28 February 08 - 08:50 PM (GMT +01:00) By Annette Hexelschneider in Rez. WM-Artikel |
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„Forget about PowerPoint and statistics. To involve people at the deepest level, you need stories.“ (Robert McKee). Ein Zitat ganz nach meinem Geschmack!
Wie Web 2.0 und Wissensmanagement wurde auch Story Telling als „Wunderwaffe“ kaputt beworben. Wie bei Web 2.0 und Wissensmanagement entlässt auch bei Story Telling der Hype seine Kinder und wir können Aspekte von Story Telling nutzen auf dem "Plateau of Productivity". Ich habe bereits versucht Argumente dafür aufzulisten. Eine interessante Betrachtung dreier geschriebener Stories liefert ein Artikel von John P. Girard und Sandra Lambert; aus der vorangestellten Literaturanalyse zum Story Telling stammt das o.g. Zitat.
Die Autoren erklären, warum manchmal geschriebene Stories notwendig sind und wie man damit versuchen kann eine Organisation in die Zukunft zu geleiten. Klingt pompös und nach Hype-Geschichtchen? Wenn ich dann noch sage, das eines der Beispiele im Kanadischen Department of National Defence geschrieben wurde, hör' ich schon: “Ja diee!“. Ja, unsere mitteleuropäische Mentalität ist leider ein bissel trockener und erdiger. Trotzdem. Mir hat die Idee gefallen, die alle drei Beispiele vereint - per Report/Interview/Nachricht (WM)Wunschziele als erreichte Tatsache zu beschreiben. Und ich habe die kühne Idee gefasst, ein unlösbares WM-Problem in meinem Arbeitsbereich noch einmal – und auf diese Weise – anzupacken zu versuchen.
Falls Sie auch ein „gescheitertes“ WM-Projekt in der Schreibtisch-Schublade haben und mutig sind, empfehle ich die Lektüre des Artikels. Das Layout der drei Geschichten spielt zwar mit geborgter ernsthafter Print-Aufmachung. Aber warum nicht auch einmal so eine Geschichte in ein Web 2.0-Medium „schmuggeln“. Vorsichtig & geschickt natürlich. Aber auch mutig, so wie der Autor im Department of National Defence: „Against the advice of many colleagues, pen was put to paper to create a story...“. Und gegen alle Vorurteile, so wie bei der zweiten Geschichte: „One group believed knowledge management was just a passing fad and they had been involved with enough fads, thank you very much.“ Auch der Artikel selbst ist lustiges & informatives Story Writing.
Frei zugänglicher Artikel inklusive aller drei Story-Beispiele
Title: The Story of Knowledge: Writing Stories that Guide Organizations into the Future
Authors: John P Girard and Sandra Lambert
Journal: Electronic Journal of Knowledge Management
Year: Volume 5, Issue 2, May 2007, Special Conference Issue: ICICKM (October 2006, Santiago, Chile)
Publisher: Academic Conferences International Limited
[Technocrati Tags: Story Telling- Knowledge Management – Organizational Change]
Warum bloggen sie hier?
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Thursday, 21 February 08 - 09:02 PM (GMT +01:00) By Annette Hexelschneider in Rez. WM-Artikel |
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Die Frage „Warum blogge ich hier?“ habe ich mir im Oktober gestellt und mit Ergebnissen einer Studie beantwortet.
Inzwischen hat mich meine Mit-Bloggerin Regina Schlager für die Forschungen und Publikationen von Gabi Reinmann sensibilisiert. Deshalb war ich neugierig auf ein aktuelles Konzeptpapier, das Gabi Reinmann mit Tamara Bianco geschrieben hat - „Knowledge Blogs zwischen Kompetenz, Autonomie und sozialer Eingebundenheit“.
Die Autorinnen stellen die Frage: „Warum bloggen sie hier?“ Warum bloggen Wissensarbeitende? Welche Bedeutung haben „Knowledge Blogs im Kontext von Wissensarbeit und persönlichem Wissensmanagement“? Die These der Autorinnen ist, „dass grundlegende psychologische Bedürfnisse, nämlich das Bedürfnis nach Kompetenz, Autonomie und sozialer Eingebundenheit, auch beim Bloggen eine große Rolle spielen“.
Einen Wissensblog kennzeichnen Reinmann und Bianco nach Röll mit den Funktionen
- des Informationsspeichers,
- des Reflexionsmediums,
- des Kommunikationsmediums.
Das trifft alles auf unser „Wissensmanagement 2.0“ zu.
Für mich gilt auch die Beschreibung der Situation der Wissensarbeiter, die „Experten im Umgang mit ihrem eigenen Wissen und ihrer Wissensumwelt sein [müssen], auch informell lernen und folglich persönliches Wissensmanagement (vgl. Reinmann & Eppler, 2008) praktizieren können.“
Und warum bloggen sie nun – diese Wissensarbeiter? Eine ausführliche Antwort geben die Autorinnen mit Hilfe der Selbstbestimmungstheorie. Wir Menschen versuchen unsere psychologischen Grundbedürfnisse zu decken, denn „der Mensch strebt danach, etwas zu bewirken und sich dabei als wirksam und in der Folge als kompetent zu erleben. Er hat zudem den Drang, mit anderen verbunden zu sein und von diesen akzeptiert und anerkannt zu werden. Und schließlich will er sich mit und in seinem Tun als kohärent erleben und das Gefühl haben, das eigene Handeln selbst bestimmen zu können.“
Ja – ich decke meine entsprechenden Grundbedürfnisse:
(1) mein Bedürfnis nach Kompetenzerfahrung,
(2) mein Bedürfnis nach sozialer Eingebundenheit,
(3) mein Bedürfnis nach Autonomie(erleben)
u.A. auch mit meinem Bloggen hier.
(1) „Die chronologische Sammlung von Einträgen macht nicht nur anderen, sondern auch dem Autor selbst deutlich, was er seit Beginn seiner Bloggerkarriere alles gesammelt, erarbeitet, interpretiert, geordnet und anderweitig festgehalten hat. Das wiederum kann man als Indikatoren für die eigene Kompetenz und als Quelle für Kompetenzerleben sehen, oder anders formuliert: Eine Art Bild von den eigenen Leistungen tut sich vor einem auf.“
Und des Entwicklungsweges der damit verbunden ist.
(2) „Wohl aber kann man die These aufstellen, dass es zum einen Situationen gibt, in denen man ohne Blogs und die Chance der Einbindung in eine oder mehrere Netzwerke bestimmte soziale Kontakte gar nicht hätte; Blogs käme unter diesem Blickwinkel eine eigene soziale Realität und komplementäre Erlebensqualität zu.“
Ich nutze sehr gern die Möglichkeit interessante Experten (wie zum Beispiel Dr. Gottfried Zimmermann, Nathan Wallace) befragen zu können.
(3) „Wenn man sich autonom fühlt, dann ist dies in der Regel – laut der Selbstbestimmungstheorie – ein Erleben der prinzipiellen Übereinstimmung zwischen dem, was man tut, und dem eigenen Selbst.“
Wissensarbeitern ist aus dem einen oder anderen Grund nicht immer gegeben, dieses Bedürfnis zu decken. Dann ist es zumindest schon mal gut es beim Bloggen etwas zu decken. Vielleicht macht diese Erfahrung ja auch Mut auf mehr!
Wobei die Autorinnen auch diesen Gedanken vorausgesehen haben, in ihrem Fazit Nummer 2. Das ich nicht vorwegnehmen möchte. Gönnen Sie sich die Lektüre und die wunderbaren Fragen am Schluss von Fazit 2!!
Gabi Reinmann; Tamara Bianco (Februar 2008): „Knowledge Blogs zwischen Kompetenz, Autonomie und sozialer Eingebundenheit“, Arbeitsbericht 17, imb - Institut für Medien und Bildungstechnologie, Universität Augsburg
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